Ölmädchenrechnung

Öl satt (Katharina Wieland Müller  / pixelio.de)
Öl satt (Katharina Wieland Müller / pixelio.de)

„Ich krich die Krise!“ – Ja, welche denn? Ölkrise, Atomkrise oder gleich die ganz große Energiekrise?

 

Hmm. Mal kurz nachdenken: Die Ölkrise gab es in den letzten Jahrzehnten mindestens zwei Mal. In den frühen 1970er Jahren bedeutete dies sonntägliche Fahrradtouren auf den von ihrem Zweck befreiten Autobahnen. Und natürlich Anfang der 1990er Jahre: mit der Angst um den Kraftstoff in Zeiten des Golfkriegs um das klitzekleine Emirat Kuwait. Längst vergessen. Denn seitdem gibt es immer gefühlt „Öl satt“.

Da sind 80 Milliliter Erdöl drin (Gerd Altmann  / pixelio.de)
Da sind 80 Milliliter Erdöl drin (Gerd Altmann / pixelio.de)

Zum Beispiel für die Herstellung von Plastiktüten. Aus 80 Milliliter Erdöl plus ein bisschen Gas, Braun- und Steinkohle wird eine 20 Gramm schwere Plastiktüte.

 

Atomkrise ist nach Fukushima out. Darüber denken wir nicht mehr nach. Aus und vorbei. Also bleibt für die Krise nur noch die Energie.

 

Das ist es: Strom wird knapp und teurer! Um 3,785 Cent steigt der Preis je Kilowattstunde 2013. Ein 4 Personen Durchschnittshaushalt verbraucht davon rund 4.500 Stück pro Jahr. Macht ein Loch von rund 170 Euro in der Haushaltskasse.

 

Woraus wird Strom gemacht? Aus Braun- und Steinkohle (was ein Dreck!), Kernenergie (aha, doch Atomkrise), Erdgas (Nasdrowje), Erneuerbaren Energien (2010: 16,9 %) und – Tatatataaaaaa: Erdöl.

Hier kommt die Ölmädchenrechnung
Hier kommt die Ölmädchenrechnung

Deshalb machen wir jetzt gegen die große Energiekrise eine kleine Ölmädchenrechnung auf und stopfen das Loch mit Plastikmüll.

 

Denn laut Statistik tragen 4 Personen im Haushalt je 65 Plastiktüten jährlich nach Hause. Macht 340 Plastiktüten oder 27,2 Liter Erdöl pro Jahr, die in unserer Ölmädchenrechnung mit 41 Euro zu Buche schlagen.

Frisch verpackt  (Thomas Jüling  / pixelio.de)
Frisch verpackt (Thomas Jüling / pixelio.de)

Weiter geht’s beim preiswerten Supermarkt-Einkauf: Fleisch, Schinken, Wurst, Käse – alles hygienisch in Plastik verpackt. Eine Hartpackung für 200 Gramm Schinken wiegt beispielsweise 24,7 Gramm. Da stecken rund 100 Milliliter Erdöl drin.


Wenn unsere Musterfamilie nur 10 solcher Packungen pro Woche verzehrt, ergibt das ein Jahresvolumen von 520 Stück. Das waren mal 52 Liter Erdöl, die in die Ölmädchenrechnung mit 78 Euro eingehen.

Gegen die Krise
Gegen die Krise

Ganz ohne weitere Anstrengungen lässt sich jetzt die Entsorgungsgebühr für den Plastikmüll des Grünen Punkts auf die Ölmädchenrechnung schlagen: 20 Kilogramm – das spart nochmals 26 Euro.

 

Bleiben 15 Euro Rest. Mist. Also doch wieder mit dem Fahrrad auf die Autobahn…


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